"Der Mensch

wächst stetig in sich zusammen."

(Piet Klocke, deutscher Kabarettist)

 

Quadranten


Praktisch alles kann in vier verschiedene Dimensionen unterteilt werden bzw. aus vier verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Alles hat ein "Innen" und ein "Außen" sowie eine individuelle Perspektive "Individuum" und eine gesamtheitliche "Kollektiv". Hieraus ergibt sich eine Matrix mit vier Feldern, den Quadranten. Es wird auch kurz von links-oben (oder LO bzw. Ich), rechts-oben (RO bzw. Es), links-unten (LU bzw. Wir) und rechts-unten (RU bzw. Sie) gesprochen.

Die Abbildung zeigt eine schematische Darstellung der Quadranten. Sie zeigt die vier Quadranten sowie ihre eigentliche Bedutung für das gesamte System.

 

Alle Quadranten stehen gleichzeitig auch in Beziehung zueinander, was ich anhand eines kleinen Beispiels darstellen möchte: der Betrachtung der Medizin.

 

ICH-> alternative Behandlung: Emotionen, Einstellungen, Visualisierungen; ES-> orthodoxe Medizin: Medikamente und Behandlungen, Verhaltensmodifikationen; WIR-> kulturelle Sichtweise: Bedeutung der Krankheit, kulturelle Werteurteile; SIE-> soziales System: Versicherungen, soziale Versorgung.

 

Der Gesamterfolg einer Behandlung wird also durchaus vom Zusammenwirken der Maßnahmen in allen Quadranten beeinflusst. Im Folgenden habe ich noch weitere Bespiele detaillierter vorbereitet.

AQAL Quadranten Integral IBS
Quadranten: Individuum -System - Innen - Außen

Aqual, Quadranten, Innen-Außen, Individuum, Kollektiv
Betrachtung "Magengeschwür" über die vier Quadranten

Ich habe das Thema "Magengeschwür" in einem Seminar über die verschiedenen Quadanten betrachtet und die Ergebnisse zusammengestellt.

 

Interessant sind die Auswirkungen, die in einem gemeinsamen Gespräch erörtert werden könnten. Was geschieht, wenn die Person das Thema nicht wahrhaben möchte? Sie könnte sich zum Beispiel nicht mit Links-oben (LO, Ich) auseinandersetzen, die eigenen Gefühle, Ängste und Hoffnungen verleugnen. "Ich arbeite halt für das Unternehmen, und so schlimm ist es doch nicht. Nur noch diese kurze Zeit. Und Überstunden macht ja auch jeder, oder? Das bisschen Magensäure." Sie könnte aber auch sagen: "Ich geh doch nicht zum Arzt. Medikamente helfen doch eh' nicht. Ich arbeite eben mehr als andere, na und? Sollten sich mal ein Beispiel nehmen. Für mich ist es wichtig, den Status zu halten, und ohne mich läuft es nicht."

 

Recht schnell ließe sich herausfinden, wie Abhilfe geschaffen werden kann: zum Beispiel problemfokussiert (Schwerpunkt oder Wunsch) oder über einen blinden Flecken (Quadrant ohne Inhalt).

 

Wenn auf die Bereiche fokussiert wird, lässt sich erkennen, welche internen Strategien und Muster (LO) ablaufen, die wiederum Auswirkungen auf das Verhalten (RO) haben. Auch hier ergeben sich Ansatzpunkte für eine Veränderung.

 

Werden die Bereiche LO (Ich) und RO/RU (Es/Sie) genauer betrachtet, lassen Wahrnehmungsfilter und Vorannahmen herausfinden: Wie genau nehmen wir unser eigenes Verhalten und die Umgebung war? Was glauben wir zu wissen und was wissen wir gesichert?

Aqual, Quadranten, Innen-Außen, Individuum, Kollektiv
Betrachtung "Studium" über die vier Quadranten

In einem weiteren Beispiel habe ich das Thema "Studium" mit einem jungen Studenten betrachtet. Was geschiet eigentlich, wenn das Studium beginnt? Und wie sieht es nach einem Jahr aus?

 

Natürlich war es zu Anfang prima, von zu Hause auszuziehen und einmal alleine zu wohnen. Doch es beinhaltet auch eine enorme Selbstverantwortung. Da gibt es dann keine Hilfe bei Krankheit, bei Grippe keine Hühnersuppe von Muttern. Es ist ja niemand da. Tja, und Freunde abends und zusammen chillen - wäre auch toll. Wenn sie dasselbe studieren, könnte man sich auch noch direkt austauschen. Eine WG , na ja, so schlecht ist sie auch nicht...

 

Auch sehr interessant war für den Studenten die Erkenntnis, wie wichtig die eigene Innenschau ist. Und wie wichtig der Weg von Informationen sein kann. Die Außenseite kann jeder sehen, bei der Innenseite muss ich aktiv fragen. Ich muss mich also auch selbst fragen oder selbst bewusst etwas wahrnehmen. Wenn ich wissen möchte, was andere tun, kann ich hinsehen (Monolog). Wenn ich wissen möchte, wie es meinem Gegenüber geht, muss ich ihn fragen (Dialog).

 

Und da gehen sie auch schon los, die Missverständnisse, Problemfelder und Konfliktherde. Anstatt zu fragen, wie es geht, be-werten (LO) wir oft vorschnell anstatt zu be-schreiben (RO). Wir äußern etwas, von dem wir eigentlich keine Ahnung haben. Und was macht der/die andere darauf hin?

 

Im Grunde steckt schon sehr viel "Un-Wahrheit" in den Worten be-werten, er-kennen oder be-urteilen. Ich sollte sehr vorsichtig sein und viel fragen, ehe ich mich auf dieses dünne Eis wagen kann...

 

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